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Text (<i></i>kennzeichnet kursive Textstellen): René Schickele (1883-1940) Ode an die Engel Ihr wart das erste, was ich sah von der großen Welt! Kunde von den breiten Strömen, von den tiefen Wäldern und der Ebene dazwischen, die mit ihrer Seelenglut, was war und ist, erhellt. Dort brannte lichterloh die Liebe aller Menschen, die je geliebt, heller als die Sonne, länger als Erde und Sterne, in Ewigkeit. Dort wart ihr zu Hause, von dort kamt ihr zu uns. Eure Hand kannte jede Stelle, wo ein Herz schlug. Eure Flügel deckten jedes Leiden. Eure Stirn leuchtete von den vielen Geheimnissen der Lebenden, die ihr geduldig wusstet, und von der Seligkeit der Toten. Eine leise Trauer in Euern Augen machte Euch besonders schön: das Wissen um die Verdammten. Ich hab Euch gesehn, leibhaftig gesehn! Ihr knietet neben mir im Gebet, Ihr standet im Zimmer, wenn ich nachts erwachte. Ich schickte Euch meine Freunde beschützen. Ihr setztet Euch mit übergeschlagenen Beinen, unendlich ernst, wie eine ältere Schwester, auf mein Bett und teiltet meine ersten Liebesnöte. Wie eine ältere Schwester, ja, aber Ihr wart zugleich nicht älter als ich und meine kleinen Freundinnen, Ihr trugt offenes Haar und einen kurzen Rock und gabt mir Eure weichen Hände zum Kosten: «Soviel du willst!» Ich legte sie unter mich, an mein Herz, wie schlief ich ein! Später wart Ihr überall, wo Taten vollbracht wurden. Gewalttaten aller Art, Taten, die zum Himmel brannten. Ihr zeigtet Euch einem, prächtig gekleidet in seinen Entsagungen, die andre nicht kannten. Ihr wart furchtbar und wart zart. Ihr wart, wo Menschen die wilden Funken aus der Erde zogen, wo Samen über die Furchen flogen, wo die Schalen von Früchten platzten, bei schwellenden Traubenstöcken, an reifen Feldern, die rot und schwer unter einem nassen Himmel wie Sauerteig aufgingen — und in allen Frauenröcken. Von stählernem Glanz umwittert taucht Ihr aus den Staubwolken hinter den Automobilen auf, man hört Euern Gesang, der wie hohe Harfentöne im Luftzug zittert. Ihr lächelt den Fliegern zu, die sich neben Euch erheben, Ihr seid da, wenn sie wiederkommen, und Euer Mund ist irdisch rot vor ihnen, die sich das Licht und den Schrecken der Himmel mit beiden Händen aus dem Antlitz streichen, irdisch rot Euer Mund und halbgeöffnet, und Eure Hüften sind gebogen, damit sie, noch an ihrem Sitze festgebunden, gleich aufatmend froh die Früchte der Erde erkennen. Ihr seid der Schwung hinauf und hinüber, seid alles, was stärker ist als der Tod.
Folgendes erscheint unterhalb Ihres Textes:----------------------Quelle des Gedichtes: www.gedichte-fuer-alle-faelle.deBitte die urheberrechtlichen Regelungen beachten, siehe www.gedichte-fuer-alle-faelle.de/impressum.php
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